Zurück zu mir
- Anne-Katrin Böhm
- 30. Juni
- 3 Min. Lesezeit

Ich beschäftige mich wahnsinnig viel mit Persönlichkeitsentwicklung, Heilung, Kindheitserinnerungen, Elternschaft und so weiter. Ich sammle Ideen auf Instagram, in Büchern, Podcast und und und. Und ich "bespreche" einige Herausforderungen mit ChatGPT. Ich öffne einen Chat und gebe ein, was mich beschäftigt. ChatGPT "hört" mir zu und antwortet verständnisvoll, sofort und hilft mir mit der Einordnung. Ich weiss, dass viele von uns Chatbots als Stütze im Alltag benutzen. Nicht nur, um etwas zu recherchieren, um Ideen zu sammeln, sondern auch um Gedanken und Gefühle einzuordnen.
Ich merke, mir wird schwindelig davon. Nicht nur von all den Chats mit ChatGPT, auch von Instagram, Elternratgebern, Podcasts, und so weiter. Heute ist so viel Wissen verfügbar, wie noch nie zuvor. Leider hilft uns all das Wissen nicht, wenn wir mitten im Alltag festtecken, der Stress hoch ist und wir uns im Chaos wieder finden. Ich glaube das Gegenteil ist der Fall:
Wir setzen uns mit all dem Wissen wahnsinnig unter Druck.
Und neben all dem Druck ist mir noch etwas bewusst geworden: Ich verliere mich selbst. In den zahlreichen Büchern, in Podcasts, auf Instagram und in "Gesprächen" mit Chat GPT. Immer wenn es mir nicht gut geht oder mir etwas nicht so gelingt, wie ich es möchte, suche ich Rat im aussen. Was kann ich noch was versuchen? Was hilft noch? Wie machen es die anderen? Und 5846 Ideen später, weiss ich immer noch nicht mehr. Oder besser gesagt: Ich weiss vieles und fühle es nicht. Eine Idee aus einem Podcast, aus einem Reel oder von Chat GPT ist gut und schön. Aber all das hilft mir wenig, wenn ich in mitten im Chaos nicht darauf zurück greifen kann. Theoretisch gut und schön, praktisch siehts ganz anders aus.
Ich habe mich in all dem verloren.
Wer bin ich, wenn ich als Mama ich sein kann und nicht wer ich glaube sein zu sollen?
Wer bin ich, wenn ich mir in Gesprächen nicht ununterbrochen überlege, was ich wie sagen soll?
Wer bin ich, wenn ich mich nicht ständig verbiege, um es allen recht zu machen?
Wer bin ich, wenn ich aufhöre meine Wut zu unterdrücken oder mich dafür zu schämen?
Wer bin ich, wenn ich "einfach" so bin, wie ich bin?
Es ist mir zu viel.
Zu viele Meinungen. Zu viele Ideen. Zu viele Screenshots. Zu viele gespeicherte Reels. Zu viele Chats mit ChatGPT. Ich bin ständig auf der Suche nach dem, was ich noch nicht weiss und vergesse dabei, was schon da ist. Und es ist so viel da.
Deswegen habe ich mir für meine Sommerpause eine "Zurück zu mir - Pause" verordnet.
Ich höre Musik statt den nächsten Podcast.
Ich male und bastele statt noch einen Elternratgeber zu lesen.
Ich lege das Handy weg und verlängere meine Social Media Pause.
Ich schaue meinen Kindern zu und spiele mit ihnen.
Ich geniesse das Hier und Jetzt.
Und ich besinne mich auf das was da ist.
Auf die Anne, die ich bin. Auf meine Familie. Auf den Moment. Aufs Lachen. Aufs Weinen. Auf Pausen. Auf die Natur. Auf mein eigenes Tempo. Und auf mein GEFÜHL.
Und genau das wünsche ich euch auch von Herzen:
Ich wünsche euch schöne Sommerferien.
Nah bei euch selbst und eurer Familie.
Mit kleinen und grossen Glücksmomenten.
Mit guter Musik und Farbe hier und da.
Mit viel Zeit in der Natur.
Und mit ganz viel Vertrauen in euch selbst und in das, was schon da ist.
Ganz herzliche Grüsse
Anne
PS: Ich bin zum 17. August in der Sommerpause. Meine E-Mails und WhatsApp Nachrichten checke ich nur sporadisch und lasse mir Zeit beim Antworten. Ich freu mich, wenn wir uns im August wieder sehen.



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