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Mit Kindern über das Unglück in Crans-Montana sprechen

In der Silvesternacht ist in Crans-Montana eine Bar in Brand geraten. Viele Menschen sind gestorben oder verletzt.
In der Silvesternacht ist in Crans-Montana eine Bar in Brand geraten. Viele Menschen sind gestorben oder verletzt.

Das tragische Unglück in Crans-Montana im Kanton Wallis hat uns alle fassungslos hinterlassen. 40 Menschen wurden viel zu früh aus dem Leben gerissen, viele weitere sind zum Teil schwer verletzt. In Schulen wird darüber gesprochen, manche Kinder haben Videos im Internet gesehen. Viele Eltern fragen sich, wie sie mit ihren Kindern darüber sprechen.


Wie sprechen wir mit unseren Kindern über schreckliche Ereignisse, wie das in Crans-Montana?


Eins vorweg: Kinder denken anders als wir Erwachsene. Oft reicht ihnen eine kurze, einfache Erklärung. In altersgerechter Sprache können wir ihnen Orientierung geben:


"In Crans-Montana im Wallis ist in einer Bar ein Feuer ausgebrochen bei dem viele Menschen gestorben oder verletzt worden sind."


Immer vom Kind ausgehen

  • "Was weisst du darüber?"

  • "Was hast du darüber gehört?

  • "Was hast du für Fragen?"

  • "Was beschäftigt dich?"


Mir hilft hier "aktives Zuhören". Als meine Kinder am Montag aus der Schule nach Hause gekommen sind und mir ganz aufgeregt davon berichtet haben, hatte ich für einen Moment keine Worte. Aber auch wenn ich keine Worte habe, habe ich immer Aktives Zuhören. Durch Zuhören konnte ich erstmal herausfinden, was sie wissen und was sie gehört haben. Oft haben Kinder Bruchstücke aufgeschnappt und wenn wir direkt alles erklären, können wir unbeabsichtig (mehr) Angst erzeugen.


Auf die Fragen und Aussagen habe ich kurz und kingerecht gewantwortet.

  • "Viele Menschen sind sehr traurig."

  • "Die Verletzten werden im Krankenhaus versorgt."

  • "Die Erwachsenen vor Ort wissen was zu tun ist." und so weiter.


Wenn dein Kind Videos gesehen hat, die es nun nicht mehr aus dem Kopf bekommt, kannst du auch da sein und zuhören. Solltest du Veränderungen im Verhalten, Schlafen, Essen, Spielen bemerken, macht es Sinn genauer hinzusehen. Gerne kannst du dich auch bei mir melden, wenn du eine Einschätzung oder einen Rat brauchst.


Die Gefühle, die kommen, ernst nehmen

Manchmal kommen auch keine Gefühle und das Kind spielt vergnügt weiter. Ist auch völlig okay. Alle Gefühle sind okay.

  • "Kann das sein, dass dich das traurig / verwirrt / wütend macht?"

  • "Du machst dir Gedanken, warum die Menschen nicht weggerannt sind, oder?"

  • "Du fragst dich, wie es den Menschen geht, die jemanden verloren haben?"

  • Bei solchen Fragen können wir auch wieder gut vom Kind ausgehen: "Was meinst du?" "Hast du eine Idee?"


Und was mir hier noch wichtig ist: Deine Gefühle sind nicht die deines Kindes. Es kann sein, dass du fassungslos bist und dein Kind gut damit recht kommt. Es kann sein, dass du keine Worte findest und dein Kind ganz "normal" darüber spricht.


Sicherheit zurück geben

Im nächsten Schritt brauchen viele Kinder Sicherheit. Sie fragen sich, was ist, wenn es bei uns brennt? Was wenn ich nicht raus komme? Wir haben daraufhin besprochen, wie wir vermeiden können, dass es brennt und was wir zuhause konkret machen, wenn es brennen sollte. Wir haben die Rauchmelder und unsere Feuerlöscher angeschaut und besprochen, dass wir uns in Sicherheit bringen und die Feuerwehr alarmieren.



Am Freitag ist nationaler Trauertag

Wenn am Freitag um 14 Uhr in der ganzen Schweiz die Glocken für fünf Minuten läuten, gedenken wir den Opfern des Brandes. Hier sind ein paar Ideen, wie du ihn mit deinem Kind / deinen Kindern gestalten kannst. Ich mache meinen Kindern das Angebot, kein Muss. Vielleicht wollt ihr

  • eine Minute still sein und an die Betroffenen denken

  • eine Kerze anzünden

  • ein schönes Lied hören

  • euch ganz doll umarmen und kuscheln

  • ein Bild malen

  • etwas aufschreiben

  • etwas Gutes tun


Ich wünsche euch von Herzen alles Gute, viel Kraft und Zuversicht. Und bitte nicht vergessen: In der Elternschaft geht es nicht draum alles richtig zu machen. Es geht darum präsent zu sein. Da zu sein für unsere Kinder, ihre Fragen und ihre Gefühle.


Hilft dir, was ich schreibe? Dann schau gern auf meinem WhatsApp Kanal vorbei. Dort gibt es ermutigende Inhalte für deinen Familiealltag Auf Augenhöhe. Schau dir auch gerne meine Vorträge zu Resilienz, Autonomiephase, Aktives Zuhören oder Elternwut an. Alle Infos findest auf meiner Webseite. Ich freue mich auf dich und den Austausch mit dir.


Herzlichst


Anne




 
 
 

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